1584 wurde Birkenfeld zum Regierungssitz eines Pfalz-wittelsbachischen Herzogs. Karl, jüngster Sohn des Herzogs Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken, begründete die Seitenlinie Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld und nannte sich Karl von Birkenfeld. Aus dieser Linie entstammten später alle ab 1806 regierenden Bayerischen Könige, also auch der Märchenkönig Ludwig II. Karl von Birkenfeld ist auch der direkte Ahnherr der späteren Kaiserin Elisabeth von Österreich, gen. Sisi. Er ließ im Laufe der nächsten Jahre die mittelalterliche Sponheimer Burg zu einem mächtigen Renaissanceschloss ausbauen. Unter seinem Sohn Georg Wilhelm (1600 – 1669) nahm das Birkenfelder Land einen weiteren Aufschwung, der allerdings durch den Dreißigjährigen Krieg unterbrochen wurde.

Karl von Birkenfeld

Kupferstich v. D. Meißner
um 1630

Nach dem Tod Christians II. (1671 – 1717) erbte dessen Sohn und Nachfolger Christian III. das Herzogtum Zweibrücken und verließ Birkenfeld. Schloss Birkenfeld verlor dadurch an Bedeutung, zumal die Hofhaltung um 1720 aufgelöst wurde. Die Gebäude dienten ab diesem Zeitpunkt nur noch als Wohnungen für Beamte und als Speicher für Naturalsteuern.

 

Im Jahre 1776 endete die gemeinsame Herrschaft der Markgrafen von Baden und der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken. Die Hintere Grafschaft Sponheim wurde aufgeteilt und für Birkenfeld waren nur noch die Markgrafen von Baden zuständig. Letzter dieser bis 1795 dauernden Herrschaft war der spätere Kurfürst Karl Friedrich von Baden. Er beendete die Leibeigenschaft und unter seiner Regierung nahm das Birkenfelder Land einen gewaltigen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Als die Franzosen 1795 die linksrheinischen Gebiete - also auch Birkenfeld - zugesprochen bekamen, mussten die badischen Beamten Birkenfeld verlassen.

 

Für die nächsten Jahre war Birkenfeld unter französischer Kontrolle und 1798 wurde die Aufnahme in den französischen Staatsverband gefeiert. Schloss Birkenfeld diente in dieser Zeit hauptsächlich als Herberge für französische Truppen und Beamte. Im Sommer 1799 kam es zu einem missglückten Überfall der so genannten Birkenfelder Bande auf das Schloss. Acht Mitglieder der Räuberbande, die es auf die öffentlichen Einnahmen abgesehen hatten, wurden später in Trier hingerichtet.

Die Gebäude des Birkenfelder Schlosses wurden 1807 von den Franzosen versteigert. Der Käufer, ein Pariser Händler, verkaufte sie an Einheimische weiter. Die Steine der dem Verfall preisgegebenen Bauwerke wurden zum Bau von Häusern in Birkenfeld verwendet und das Schloss zerfiel im Laufe der nächsten Jahre. Heute stehen von dem einst mächtigen Renaissancebau nur noch einige Ruinen, das frühere Burggasthaus “Zum ledigen Waidsack” und das Burgtor. Auf den Grundmauern des ehemaligen Pfarrhauses wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Jugendherberge errichtet; nach deren Schließung im Jahre 1976 dient das Gebäude heute als Gemeinschaftshaus.

Geschichte der Burg Birkenfeld