Das Geschlecht der Sponheimer spielte im Mittelalter eine bedeutende Rolle in der Territorialgeschichte von Hunsrück und Nahe. Der erste Sponheimer, der den Titel Graf führte, war Meginhard, der im 12. Jahrhundert vor allem auf den Burgen Sponheim und Dill lebte. Meginhards Sohn Gottfried I. teilte die Grafschaft erstmals unter seinen drei Söhnen Heinrich, Albert und Gottfried II. auf, der nach dem Tod seiner Brüder das väterliche Erbe wieder vereinigte.

 

Nach dem Tod Gottfrieds II. kam es wiederum zu einer Teilung. Sein ältester Sohn, Johann I., bekam den vom Rhein aus gesehen hinteren Teil der Grafschaft, wozu auch die Burgen Birkenfeld, Allenbach und Herrstein gehörten und residierte auf der Starkenburg an der Mosel. Simon, der jüngere Bruder, erhielt die Vordere Grafschaft mit Sitz auf der Kauzenburg bei Bad Kreuznach.

 

In den folgenden Jahrzehnten waren die beiden Sponheimer Linien politisch nicht immer einer Meinung. Zur Zeit der beiden deutschen Gegenkönige, Friedrich dem Schönen von Habsburg und Ludwig dem Bayer hielt es Vordersponheim mit dem Habsburger während die Starkenburger für Ludwig Partei ergriffen. Ludwig der Bayer ist aus der Auseinandersetzung als Sieger hervorgegangen, was sich für Hintersponheim positiv ausgewirkt hat. Johann III. konnte Ludwigs Nichte Mechthild zur Frau nehmen und erhielt 1332 für Birkenfeld und Frauenberg das Stadtrecht.

Bereits einige Jahre vorher hatte sich seine Mutter Loretta in der Geschichtsschreibung einen Namen gemacht. Nach dem frühen Tod ihres Mannes, Graf Heinrich II., übernahm sie die Vormundschaft für Johann III. Wegen Ländereien an der Mosel kam es zu Streitigkeiten mit dem Trierer Erzbischof und Kurfürsten Balduin. Loretta nahm Balduin gefangen, als dieser mit einem Schiff die Mosel hinab nach Koblenz fuhr und dabei Sponheimisches Gebiet passieren musste. Nach mehrwöchiger Kerkerhaft verzichtete Balduin auf die umstrittenen Ländereien und erhielt gegen Zahlung eines Lösegeldes seine Freiheit zurück. Loretta regierte noch bis 1331 für ihren Sohn und zog sich dann auf ihren Witwensitz, die nach ihr benannten Frauenburg, zurück.

 

Johann III. regierte die Hintere Grafschaft Sponheim insgesamt 67 Jahre. Er erhielt die Beinamen „der Edle“ und wegen seiner im Alter schwindenden Sehkraft auch „der Blinde“. Letzter Graf von Sponheim wurde sein Enkel Johann V., der nach dem Tod seines Vaters Johann IV. im Jahre 1411 die Regierung übernommen hatte. Wenige Jahre später starb seine Kusine, Gräfin Elisabeth von Sponheim-Kreuznach ohne Nachkommen und so fiel auch die Vordere Grafschaft bis auf einen kleinen Teil an Johann. Vordere und Hintere Grafschaft waren damit nach fast 200 Jahren wieder vereinigt.

 

Johann V. starb am 24. Oktober 1437 in Trarbach an der Mosel, ohne einen Nachkommen zu hinterlassen. Bereits einige Jahre vorher war für diesen Fall die Nachfolge festgelegt worden. Johanns Vetter Graf Friedrich von Veldenz und der Sohn seines verstorbenen Vetters aus Baden, Markgraf Jakob I. erbten zunächst gemeinsam die Sponheimer Ländereien. Als Friedrich von Veldenz bereits einige Jahre später starb, fiel das Erbe an seinen Wittelsbacher Schwiegersohn Stephan von Zweibrücken bzw. an dessen Sohn Friedrich I.

Die Sponheimer